Rezension Nikolas Pravda Die Welt-Illusion
(rmh) Nikolas Pravda beschäftigt sich im vorliegenden Buch mit einem Thema, das sehr aktuell und auch brisant ist: Der These, dass wir in einer Matrix leben.
Er beschreibt, wie er als Kind/Jugendlicher erstmals die Idee hatte, dass „hier etwas von jemandem verheimlicht wird, dass wir von etwas ferngehalten werden und wir jeder für sich und gemeinsam, eine Lösung finden sollen". Im ersten Kapitel grüßt er mit den Worten: ''Die Welt ist eine Illusion – Willkommen in der Matrix". Er führt aus, dass jemand, der etwas sagt wie: "Diese Welt ist nicht weiter als ein hochentwickeltes Virtual-Reality-Videospiel" sich lächerlich mache, was auf ein Kontrollsystem zurückzuführen sei. "Aber was, wenn es [die Realität] wirklich nur eine Illusion ist?", fragt er unbeirrt weiter.
Pravda spricht von einer "Virtuellen Realität", die die Art und Weise, wie unsere Sinne mit dem Gehirn kommunizieren, "hacke", was wiederum unserer Wahrnehmung der Realität beeinflusst. Grundlage unseres Realitätsuniversums seien Wellenformen und Schwingungsenergie und in diesem Zusammenhang spricht er von einem "metaphysischen Universum". Pravda erklärt, dass wir uns nicht nur in unserem Körper befänden, sondern auch außerhalb – der Körper sei lediglich dazu da, um die physische Realität zu erfahren, die nur ein Teil von uns selbst sei. Zu diesem Thema finden wir interessante Gedanken des Autors.
Weiter geht es mit der Torsionsfeldtheorie und den Fibonacci-Zahlen. Hier spielt der sechszackige Stern eine große Rolle. Weiter interessant sind die Ausführungen, dass das menschliche Auge im Grunde blind sei, denn ein voll funktionsfähiges menschliches Auge kann nur 0,0035 des magnetischen Spektrums wahrnehmen. Auf der Basis der Torsionsfeldtheorie gelangt er zu der Ansicht, dass es mehr als nur drei Dimensionen gibt, wie er ausführlich erklärt.
Weiter interessant ist das Thema "Zirbeldrüse" bzw. die Rolle die sie im von Pravda vorgestellten Modell spielt. Auch hier finden wir interessante Ausführungen.
Es folgen Ausführungen zum Thema "Wie alles erschaffen wurde und wie wir belogen werden". Hier bringt er einige sehr spekulative (und für mich nicht immer nachvollziehbare) Gedanken mit ein, aber auch das ist im Rahmen alternativer Forschung selbstverständlich erlaubt.
Einen festen Platz in Pravdas Version der von einer Reihe von Autoren vertretenen Matrix-Theorie haben Archonten, Annunaki und Reptiloiden, von denen in jüngsten Veröffentlichungen im Zusammenhang mit Verschwörungstheorien um Außerirdische häufig die Rede ist. Pravda versucht gewisse Vorstellungen - wie "Zecharia Sitchins Annunaki-Theorie um dessen angeblichen zwölften Planeten Nibiru - zu relativieren. Eine wichtige Rolle in Pravdas Interpretation der Matrix-Theorie spielt der Vatikan. Ein weiteres Thema ist die Kreuzung von nichtmenschlichen Wesen und Menschen – eine These, die Pravda befürwortet und die auch nicht aus der Luft gegriffen ist.
Wo ich jedoch nicht zustimmen kann, ist seine Behauptung, dass die Bibel lehre dass Gott – den er hier mit Saturn gleichsetzt – der "der große Architekt von allem war". Natürlich spricht die Bibel an keiner Stelle von Saturn als Gott – hier handelt es sich um das Ergebnis weitreichender Interpretationen und Spekulationen. Auch mit Pravdas Ausführungen über eine "Saturn-Mond-Matrix" kann ich wenig anfangen.
Interessant und lesenswert dann wieder sein Ausführungen zu Jesus und angeblichen von ihm hinterlassene Schriften, die an dieser Stelle vorbildlich als "Spekulationen" bezeichnet werden. Doch Pravda hat noch sehr viel mehr Interessantes über Jesus zu sagen sowie wir über den Antichristen bzw. das "Tier" aus der Offenbarung des Johannes. Weiter berichtet Pravda über die Jesuiten und die Rolle, die sie in seinem Modell spielen.
Interessant auch das Thema "Atlantis und der Zweite Weltkrieg", in dem es u. a. um Himmlers Besessenheit von der "verlorenen arischen Heimatwelt im Norden" geht, die die Atlantisforschung so in Misskredit gebracht hat.
Neben vielem anderen versucht Pravda die im Internet zu findenden Theorien über die „Alte Welt Ordnung“ zu entschlüsseln und zu zeigen als nichts weiter als genau das - eine "Internettheorie" - ist und setzt sich auch mit dem aktuellen Thema ChatGPT auseinander.
Etwas schade finde ich, dass die Zitate meist ziemlich lang ausgefallen und nicht immer klar als solche gekennzeichnet sind. Hier hätte ich mir noch mehr eigene Formulierungen gewünscht, damit sich der persönliche Stil des Autors noch besser durch das gesamte Buch zieht.
Das Buch kann z. B. hier erworben werden.